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Farben mischen mit Kindern: Was ergeben Rot und Gelb? Ein Rate-die-Farbe-Experiment für 4- bis 9-Jährige

Ein Glas mit rotem Wasser, ein Pluszeichen, ein Glas mit gelbem Wasser, ein Gleichheitszeichen und ein Glas mit orangefarbenem Wasser.

„Was ergeben Rot und Gelb?“ Wenn Sie ein fünfjähriges Kind fragen, hören Sie vielleicht sofort „Orange“, oder „Rosa“, oder „Rot-Gelb“. Jede dieser Antworten verdient einen Test. Mit ein paar Bechern Wasser sieht Ihr Kind die neue Farbe direkt vor seinen Augen entstehen.

Farben mischen ist eines der einfachsten Experimente für zu Hause und enthält trotzdem alle Schritte der Wissenschaft: erst raten, dann ausprobieren, aufschreiben und schließlich überlegen, warum. Dieser Artikel zeigt, wie Sie es vorbereiten, wie Sie gemeinsam eine Mischtabelle führen und wie Sie mit älteren Kindern weitergehen können.

Was Sie brauchen

  • Vier bis sechs durchsichtige Becher (Kunststoffbecher sind am einfachsten), jeweils etwa halb voll mit Wasser.
  • Lebensmittelfarbe in Rot, Gelb und Blau. Haben Sie keine, rühren Sie stattdessen Wasserfarbe ins Wasser.
  • Einen kleinen Löffel oder eine Pipette zum Dazugeben der Farbe und ein paar Stäbchen zum Umrühren.
  • Ein weißes Blatt Papier hinter den Bechern, damit man die Farben gut sieht, dazu ein Tablett und ein Tuch.
  • Ein altes T-Shirt für Ihr Kind: Lebensmittelfarbe kann Hände und Kleidung verfärben.

Sagen Sie Ihrem Kind vor dem Start, dass das bunte Wasser zum Anschauen und Ausprobieren da ist, nicht zum Trinken. Bei jüngeren Kindern gießen Sie das Wasser ein, und das Kind gibt die Tropfen dazu und rührt um.

Schritt eins: raten, bevor man mischt

Machen Sie zuerst drei „Start“-Becher: einen roten, einen gelben, einen blauen. Fragen Sie vor jeder Mischung: „Welche Farbe, glaubst du, bekommen wir, wenn wir diese beiden zusammengießen?“ Tragen Sie den Tipp in die Tabelle ein und gießen Sie dann von jeder Farbe ein wenig in einen leeren Becher.

Erste Farbe Zweite Farbe Mein Tipp Was passiert ist
Rot Gelb Rosa Orange
Gelb Blau Grün Grün
Rot Blau Schwarz Lila

Kinder, die noch nicht schreiben können, malen stattdessen in jedes Kästchen einen Punkt in der jeweiligen Farbe. Ältere Kinder können eine Spalte ergänzen: „Warum denke ich das?“

Das tatsächliche Ergebnis hängt von Ihren Farben ab: Manche Rot- und Blautöne ergeben ein schönes Lila, andere ein stumpfes, bräunliches. Auch das ist eine Beobachtung, die man aufschreiben sollte. Wichtig ist, dass Ihr Kind vergleicht, was es vermutet hat und was es gesehen hat, nicht dass es gleich beim ersten Mal richtig rät.

Schritt zwei: Mehr oder weniger verändert die Farbe

Weiß Ihr Kind erst einmal, dass Rot und Gelb Orange ergeben, stellen Sie eine schwierigere Frage: „Und wenn wir viel Gelb nehmen und nur wenig Rot?“

Stellen Sie fünf Becher mit klarem Wasser in eine Reihe. In den ersten kommen ein Tropfen Rot und fünf Tropfen Gelb, in den nächsten zwei Tropfen Rot und vier Tropfen Gelb, und so weiter, bis im letzten Becher fünf Tropfen Rot und ein Tropfen Gelb sind. Die Becherreihe wandert langsam von gelblichem Orange zu rötlichem Orange.

Dabei lernt Ihr Kind mehr als Farben:

  • Zählen und Vergleichen: Ihr Kind zählt die Tropfen und sieht, dass Rot mehr wird, während Gelb weniger wird.
  • Ein Muster erkennen: Jeder Becher verändert sich ein Stück weit auf dieselbe Art, sodass Ihr Kind den nächsten Becher vorhersagen kann, bevor es ihn mischt.
  • Fair bleiben: Jeder Becher enthält gleich viel Wasser, nur die Tropfen ändern sich. Wären manche Becher voll und andere halb leer, wüsste man nicht, ob sich die Farbe wegen der Tropfen oder wegen des Wassers verändert hat.

Schritt drei: Und mit Weiß oder mehr Wasser?

Das klappt am besten mit Farbe auf einem Plastikteller oder dickem Papier, denn Weiß sieht man im Wasser kaum.

  • Weiß dazugeben: Tupfen Sie ein wenig Rot hin und mischen Sie nach und nach Weiß unter. Aus Rot wird Rosa, dann helleres Rosa. Fragen Sie: „Ist Rosa eine eigene Farbe, oder ist es Rot mit Weiß gemischt?“
  • Wasser dazugeben: Gießen Sie klares Wasser in einen Becher mit farbigem Wasser. Die Farbe wird heller, bleibt aber dieselbe Farbe. Vergleichen Sie mit dem Weiß: Beides macht die Farbe heller, aber sehen sie gleich aus?
  • Alles mischen: Viele Kinder lieben es, alle Farben in einen Becher zu kippen. Meist kommt ein schlammiges Braun heraus. Das ist ein guter Moment für die Frage: „Warum wird es dunkler und trüber, wenn man mehr Farben mischt?“ Ihr Kind muss die genaue Antwort noch nicht kennen, nur bemerken, dass es jedes Mal so ist.

Ältere Kinder freuen sich vielleicht über eine weitere Überraschung: Ein Handybildschirm mischt Farben mit Licht statt mit Farbe, und Licht folgt anderen Regeln. Rotes und grünes Licht ergeben zusammen Gelb.

Spiele zum Weitermachen

  • Der Geheimfarben-Mischer: Mischen Sie unbemerkt eine Farbe, zum Beispiel ein gelbliches Grün. Ihr Kind betrachtet sie, rät, welche Farben Sie verwendet haben, und versucht dann, dieselbe Farbe nachzumischen. Tauschen Sie die Rollen, damit Ihr Kind die Aufgabe stellt.
  • Farbenjagd zu Hause: Suchen Sie etwas Orangefarbenes, etwas Lilafarbenes und etwas Grünes und fragen Sie: „Welche zwei Farben könnten daraus entstehen?“
  • Wanderndes Wasser: Stellen Sie einen Becher mit rotem und einen mit gelbem Wasser auf und dazwischen einen leeren Becher. Verbinden Sie die Becher mit der Länge nach gefalteten Streifen aus Küchenpapier. Nach ein paar Stunden kriecht das Wasser am Papier entlang in den mittleren Becher, und die beiden Farben treffen sich. Lassen Sie Ihr Kind die Farbe vorher vorhersagen.
  • Eine eigene Mischtabelle: Ein Blatt Papier, in Kästchen aufgeteilt, ein Kästchen pro Mischung, mit der Tropfenzahl jeder Farbe. Wenn Ihr Kind das nächste Mal ein rötliches Orange möchte, kann es in seiner eigenen Tabelle nachsehen.

In Dologi gibt es im Thema Muster Rätsel, bei denen Kinder eine Reihe aus Farben und Formen betrachten und herausfinden, was als Nächstes kommt. Es ist dasselbe genaue Hinsehen, wie sich etwas Schritt für Schritt verändert, wie bei der Reihe farbiger Becher.

Kurz gesagt

  • Zum Farbenmischen braucht man nur durchsichtige Becher, Wasser sowie Rot, Gelb und Blau, und doch steckt jeder Schritt darin: raten, testen, aufschreiben, nachdenken.
  • Fragen Sie immer zuerst nach einem Tipp und halten Sie Tipps und Ergebnisse in einer einfachen Mischtabelle fest.
  • Ändern Sie die Tropfenzahl, um die Farbe langsam wandern zu sehen, und lassen Sie das Wasser gleich, damit der Test fair bleibt.
  • Weiß dazugeben, Wasser dazugeben und alles mischen sind Entdeckungen, über die es sich gemeinsam zu sprechen lohnt.

Ebenfalls lesenswert: Das Experiment „Sinkt es oder schwimmt es?“: erst raten, dann ausprobieren.