Alle Beiträge

Gedankenkarten für Kinder: Gedanken mit Bildern aufs Papier bringen

Ein Kreis in der Mitte mit vier Ästen, die zu einem Apfel, einem Haus, einer Sonne und einem Ball führen.

Bitten Sie ein Kind, alles zu erzählen, was es über das Meer weiß, und die Antwort kommt vielleicht durcheinander heraus: Sand, Eis, Krebse, die lange Fahrt, Omas Hut, Wellen. Alle Ideen sind da, aber es ist schwer, sie zusammenzuhalten.

Eine Gedankenkarte ist eine einfache Art, diese Ideen auf Papier einzufangen. Man setzt die Hauptidee in die Mitte und zeichnet Äste zu allem, was damit zusammenhängt. Für Kinder, die noch nicht schreiben können, funktionieren Bilder genauso gut wie Wörter. Dieser Artikel erklärt, wie Sie gemeinsam eine erste Gedankenkarte erstellen, und zeigt, wie Sie sie zu Hause nutzen können.

Was ist eine Gedankenkarte?

Eine Gedankenkarte hat drei Teile:

  • Die Mitte: die Hauptidee, in die Mitte des Blattes gemalt. „Das Meer.“
  • Die Äste: die großen Ideen, die dazugehören, jede auf einer eigenen Linie. „Was wir essen“, „Tiere“, „Was wir machen“.
  • Die Zweige: kleinere Einzelheiten, die von jedem Ast abgehen. „Eis“ und „Brote“ am Essen-Ast.

Weil alles mit Linien verbunden ist, zeigt eine Gedankenkarte nicht nur Ideen, sondern auch, wie sie zusammenhängen. Das macht sie zu einem Denkwerkzeug und nicht nur zu einer Liste.

Die erste Gedankenkarte gemeinsam erstellen

Sie brauchen ein großes Blatt im Querformat und ein paar Buntstifte.

  1. Wählen Sie ein vertrautes Thema: unser Hund, mein Geburtstag, der Spielplatz, der Herbst.
  2. Malen Sie das Thema in die Mitte, in einen Kreis oder als einfaches Bild.
  3. Fragen Sie: „Woran denkst du, wenn du an … denkst?“ Für jede große Idee malen Sie einen Ast von der Mitte aus und ein kleines Bild an sein Ende.
  4. Fügen Sie Zweige hinzu: „Welches Essen? Was haben wir gesehen?“ Malen Sie kleinere Äste mit kleineren Bildern.
  5. Nehmen Sie für jeden Ast eine andere Farbe. So sieht man leichter, welche Ideen zusammengehören.
  6. Schauen Sie die fertige Gedankenkarte gemeinsam an und lassen Sie Ihr Kind davon erzählen.

Drei bis fünf Äste reichen völlig. Es muss nicht ordentlich sein; eine unordentliche Gedankenkarte voller Ideen ist eine gute Gedankenkarte.

Wofür man Gedankenkarten nutzen kann

Wann Mitte Beispiel-Äste
Vor dem Erzählen einer Geschichte Die Hauptfigur Wo sie wohnt, was sie will, was schiefgeht
Eine Feier planen Die Feier Gäste, Essen, Spiele, Dekoration
Ein Schulthema Frösche Was sie fressen, wo sie leben, wie sie wachsen
Nach einem Ausflug Der Zoo Tiere, die wir gesehen haben, was wir gegessen haben, der schönste Moment
Ein Problem lösen „Mein Zimmer ist unordentlich“ Spielsachen, Kleidung, Bücher, Ideen für Kisten

Eine Gedankenkarte vor einer Aktivität hilft beim Planen. Eine danach hilft beim Erinnern und Nacherzählen.

Gedankenkarten für jüngere Kinder

Auch Vier- und Fünfjährige können Gedankenkarten machen, mit ein paar Änderungen:

  • Nur Bilder: Zeichnungen, Sticker oder ausgeschnittene Fotos aus Zeitschriften.
  • Mit zwei oder drei Ästen beginnen. „Gelbe Dinge: die Sonne, eine Banane, eine Ente.“
  • Gemeinsam malen: Ihr Kind wählt die Ideen, Sie malen, wenn nötig.
  • Mit Gegenständen bauen: Legen Sie ein Spielzeug in die Mitte des Tisches und passende Spielsachen rundherum, mit Schnurstücken als Ästen.

Ältere Kinder ab etwa 7 oder 8 Jahren können Wörter ergänzen, Ideen verschiedener Äste mit gestrichelten Linien verbinden und Gedankenkarten selbstständig für Hausaufgaben oder Referate nutzen.

Tipps, damit es Spaß bleibt

  • Lassen Sie Ihr Kind so oft wie möglich den Stift halten. Es sind seine Gedanken auf dem Papier.
  • Fragen Sie „Was noch?“, statt selbst Ideen vorzuschlagen.
  • Nehmen Sie überraschende Ideen an. Setzt Ihr Kind „Regen“ auf die Geburtstags-Gedankenkarte, fragen Sie, warum. Vielleicht steckt eine schöne Geschichte dahinter.
  • Suchen Sie Verbindungen: „Hat etwas auf diesem Ast mit etwas auf jenem zu tun?“
  • Heben Sie die Gedankenkarten auf. Kinder schauen gern alte Gedankenkarten an und ergänzen neue Ideen.

Kurz gesagt

  • Eine Gedankenkarte setzt die Hauptidee in die Mitte und die zugehörigen Ideen auf Äste rundherum.
  • Erstellen Sie die erste gemeinsam auf einem großen Blatt, mit drei bis fünf Ästen und einer Farbe pro Ast.
  • Nutzen Sie Gedankenkarten vor Geschichten, Plänen und Schulthemen und nach Ausflügen zum Erinnern.
  • Bei Jüngeren helfen Bilder, weniger Äste und echte Gegenstände, und Ihr Kind darf führen.

Ebenfalls lesenswert: Den Tag der Reihe nach erzählen: Reihenfolge und Ausdruck mit Kindern üben.