Fragen Sie ein kleines Kind, ob Eis und Wasser dasselbe sind, und viele werden Nein sagen. Das eine ist hart und kalt, das andere spritzt. Zu entdecken, dass es dasselbe Wasser in anderer Form ist, ist eine echte Entdeckung, und Ihr Kind kann sie zu Hause machen, mit einem Gefrierfach, ein paar Bechern und etwas Geduld.
Dieser Artikel schlägt eine Reihe kleiner Versuche für Kinder von etwa 4 bis 10 Jahren vor, geordnet nach den drei Zuständen des Wassers: fest (Eis), flüssig (Wasser) und gasförmig (Wasserdampf). Wie bei jedem Versuch zu Hause gilt immer derselbe Ablauf: erst vermuten, dann ausprobieren, genau hinschauen, danach erklären.
Wer macht was
Für die meisten dieser Versuche braucht man nur kaltes Wasser und das Gefrierfach. Der Teil mit heißem Wasser gehört in Erwachsenenhände:
- Sie machen: das Wasser erhitzen, etwas über einen dampfenden Topf oder Wasserkocher halten und Ihr Kind auf Abstand zum Herd halten. Dampf kann verbrühen, auch wenn man ihn kaum sieht.
- Ihr Kind macht: die Eiswürfelform füllen, die Gefäße aussuchen, Vermutungen aufstellen, beobachten, die Zeit stoppen und zeichnen.
- Eine einfache Regel: „Heißes Wasser ist für Erwachsenenhände; deine Aufgabe sind die Augen.“
Gut eignet sich ein Blatt mit drei Spalten: „Meine Vermutung“, „Was passiert ist“, „Warum?“. Kinder, die noch nicht schreiben können, malen oder haken ab, und Sie schreiben auf, was sie sagen.
Eis: Wasser, das man festhalten kann
Eis ist Wasser im festen Zustand. Ein fester Körper behält seine eigene Form: Ein Eiswürfel bleibt ein Würfel, bis er zu schmelzen beginnt.
- Formtest: Füllen Sie Wasser in verschiedene Gefäße (eine Eiswürfelform, einen Joghurtbecher, eine kleine Silikonform) und lassen Sie es über Nacht gefrieren. Am Morgen das Eis herausdrücken. Fragen Sie: „Woher hat das Eis seine Form?“
- Die steigende Linie: Füllen Sie einen kleinen Plastikbecher bis zum Rand, ziehen Sie mit einem Filzstift eine Linie in Höhe des Wasserspiegels und stellen Sie ihn ins Gefrierfach. Am nächsten Tag wölbt sich das Eis meist über die Linie hinaus. Wasser braucht beim Gefrieren etwas mehr Platz, deshalb kann eine volle Glasflasche im Gefrierfach platzen (probieren Sie das nur mit Plastik).
- Schmelzwettlauf: Legen Sie einen Eiswürfel auf einen Teller in der Küche und halten Sie einen zweiten in einem verschlossenen Gefrierbeutel in der sauberen Hand. Welcher schmilzt zuerst? Warum kann eine Hand wärmer sein als die Küche?
Wasser: Es nimmt die Form seines Gefäßes an
Flüssiges Wasser hat keine eigene Form. Es fließt und nimmt die Form dessen an, was es enthält.
Gießen Sie dieselbe Tasse Wasser in ein hohes, schmales Glas, dann in eine weite Schüssel und dann auf ein flaches Tablett. Fragen Sie jedes Mal: „Ist es jetzt mehr Wasser, weniger oder gleich viel?“ Viele Kinder von 4 bis 6 Jahren sagen, im hohen Glas sei „mehr“, weil der Wasserstand höher ist. Korrigieren Sie nicht sofort: Gießen Sie es gemeinsam zurück in die erste Tasse und schauen Sie, ob es wieder gleich hoch steht. Ältere Kinder können mit einem Messbecher nachmessen.
Das ist ein guter Moment, um über den Unterschied zwischen fest und flüssig zu sprechen:
| Eis | Wasser | |
|---|---|---|
| Behält die eigene Form? | Ja | Nein, es nimmt die Form des Gefäßes an |
| Kann man es gießen? | Nein | Ja |
| Kann man es in der Hand halten? | Ja, eine Weile | Es rinnt durch die Finger |
Dampf: Wasser, das man nicht sieht
Wird Wasser erhitzt, verwandelt sich ein Teil in Wasserdampf, ein Gas. Wasserdampf ist unsichtbar. Die weiße Wolke über einem Topf besteht in Wirklichkeit aus Millionen winziger Tröpfchen, die entstehen, wenn der Dampf auf kühlere Luft trifft.
Einen Topf beobachten (der Erwachsene hält alles): Bringen Sie etwas Wasser in einem Topf zum Kochen, während Ihr Kind aus sicherem Abstand zuschaut. Zeigen Sie die klare Lücke direkt über dem Wasser und die weiße Wolke etwas weiter oben. Halten Sie dann kurz einen kalten Metalldeckel über den Topf und zeigen Sie Ihrem Kind die Tropfen, die sich daran bilden. Fragen Sie: „Woher kommen diese Tropfen?“
Wasser, das ganz ohne Hitze verschwindet:
- An einem warmen, trockenen Tag geben Sie Ihrem Kind einen Pinsel und einen Becher Wasser, um auf den Gehweg oder an eine Wand zu „malen“. Schauen Sie zu, wie das Bild verblasst. Wohin ist das Wasser gegangen?
- Umranden Sie nach dem Regen eine Pfütze mit Kreide. Kommen Sie nach einer Stunde zurück und umranden Sie sie noch einmal. Die Pfütze wird kleiner, Ring um Ring.
- Hängen Sie ein nasses Tuch in die Sonne und ein anderes in den Schatten. Welches trocknet zuerst?
All das zeigt die Verdunstung: Wasser verwandelt sich langsam in unsichtbaren Dampf, auch ohne zu kochen. Sonne, Wärme und Wind beschleunigen das.
Und wieder zurück: Tropfen am kalten Glas
Nehmen Sie ein Glas mit sehr kaltem Wasser oder ein Glas frisch aus dem Kühlschrank und stellen Sie es in einem warmen Raum auf den Tisch. Nach einigen Minuten erscheinen Tropfen an der Außenseite des Glases. Lassen Sie Ihr Kind zuerst raten: Ist das Wasser durch das Glas gesickert?
Das Wasser kam aus der Luft. Die Luft in einem Zimmer enthält immer etwas unsichtbaren Wasserdampf, und wenn sie etwas Kaltes berührt, wird er wieder zu winzigen Tröpfchen. Das nennt man Kondensation. Dasselbe sehen Sie am Badezimmerspiegel nach dem Duschen oder wenn Sie ein kaltes Fenster anhauchen.
Setzen Sie die ganze Geschichte gemeinsam mit Ihrem Kind zusammen:
| Veränderung | Was sie auslöst | Wo man sie sieht |
|---|---|---|
| Eis → Wasser (Schmelzen) | Wärme | Eiswürfel auf einem Teller |
| Wasser → Eis (Gefrieren) | Kälte | Eiswürfelform im Gefrierfach |
| Wasser → Dampf (Verdunsten) | Hitze, Sonne, Wind | Eine Pfütze, die austrocknet |
| Dampf → Wasser (Kondensieren) | Eine kalte Oberfläche | Tropfen am kalten Glas |
Ältere Kinder können diese vier Pfeile als Kreis zeichnen. Damit haben sie gerade einen einfachen Wasserkreislauf gezeichnet: dieselbe Reise, die das Wasser vom Meer in die Wolken und als Regen zurückbringt.
In Dologi fragt das Rätsel „Füll den Krug“ die Kinder, wie viele Tassen Wasser man braucht, um einen Krug zu füllen, ein kleiner Schritt vom Spielen mit Wasser zum Nachdenken darüber, wie viel hineinpasst.
Kurz gesagt
- Wasser hat drei Formen: festes Eis, flüssiges Wasser und unsichtbaren Dampf. Es ist jedes Mal dasselbe Wasser.
- Eis behält seine Form, Wasser nimmt die Form seines Gefäßes an und Dampf breitet sich in der Luft aus.
- Heißes Wasser und Dampf sind Sache der Erwachsenen; Ihr Kind schaut zu, vermutet und notiert.
- Eine austrocknende Pfütze und Tropfen am kalten Glas zeigen Verdunstung und Kondensation ganz ohne Hitze.
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