Eine leere Dose, eine Handvoll getrocknete Bohnen, eine Taschentuchbox und ein paar Gummibänder. Eine halbe Stunde später haben Sie eine Trommel, eine Rassel und eine Gitarre, und ein Kind, das wissen will, warum das dicke Gummiband tiefer klingt als das dünne.
Instrumente aus Recyclingmaterial zu bauen ist Bastelei und Zuhörspiel zugleich. Ihr Kind baut etwas mit den eigenen Händen und muss dann genau hinhören, was es kann. Kleine Änderungen, ein paar Bohnen mehr oder ein strafferes Band, verändern den Klang, und genau diese Änderungen zu bemerken, darum geht es.
Drei Instrumente zum Selberbauen
Die Trommel. Nehmen Sie eine leere Kunststoffdose oder eine Pappröhre mit Deckel, etwa von Haferflocken oder Knabbereien. Kleben Sie den Deckel gut fest. Zwei Bleistifte oder zwei Holzlöffel sind die Schlägel. Ein breiter, flacher Deckel klingt tiefer als ein kleiner.
Die Rassel. Füllen Sie eine kleine Handvoll Reis, getrocknete Bohnen oder Nudeln in eine Kunststoffflasche oder -dose. Drehen Sie den Deckel fest zu und umwickeln Sie ihn mit Klebeband. Nehmen Sie Kunststoff statt Glas, und bleiben Sie in der Nähe, wenn kleine Kinder mit Körnern hantieren.
Die Gummiband-Gitarre. Schneiden Sie ein rundes Loch in den Deckel eines Schuhkartons oder einer Taschentuchbox (das Schneiden übernehmen Erwachsene). Spannen Sie vier unterschiedlich dicke Gummibänder um die Schachtel, quer über das Loch. Zupfen Sie sie einzeln an.
Gummibänder können reißen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie man sie sanft zupft, und halten Sie beim Aufspannen das Gesicht fern.
Versuche: Was verändert den Klang?
Wenn die Instrumente fertig sind, lassen Sie Ihr Kind raten, bevor es ausprobiert. „Was passiert, wenn …?“ macht aus den Instrumenten kleine Experimente.
| Ausprobieren | Was meistens passiert |
|---|---|
| Wenige oder viele Bohnen in der Rassel | Wenige Bohnen klingen leichter und klarer, eine volle Flasche klingt dumpf |
| Reis statt Bohnen | Reis klingt leiser, ein bisschen wie Regen |
| Ein dickes und ein dünnes Band | Das dicke klingt meist tiefer |
| Ein lockeres und ein straffes Band | Je straffer das Band, desto höher der Ton |
| Die Trommel in der Mitte oder am Rand anschlagen | Die Mitte klingt oft tiefer, der Rand heller |
| Leise und kräftig schlagen | Lauter, aber derselbe Ton |
Manche Ergebnisse werden Sie überraschen, und das ist gut so. Wichtig ist die Gewohnheit, erst zu raten und dann zur Kontrolle hinzuhören.
Zuhörspiele mit der Band
- Welches war es? Ihr Kind schließt die Augen. Sie spielen ein Instrument. Welches war es? Später zwei hintereinander.
- Von hoch nach tief. Ordnen Sie die vier Gummibänder vom höchsten zum tiefsten Ton. Findet Ihr Kind das höchste, ohne hinzusehen?
- Laut und leise. Die Trommel laut, dann ganz leise schlagen. Ihr Kind macht es nach, dann gibt es selbst vor.
- Stopp und los. Alle spielen, solange Ihre Hand oben ist; wenn Sie sie senken, hören alle gleichzeitig auf.
- Die Familienband. Jeder bekommt ein Instrument und spielt der Reihe nach einen kurzen Rhythmus, dann alle zusammen.
| Alter (ungefähr) | Was Sie ausprobieren können |
|---|---|
| 4–5 | Trommel und Rassel verzieren; laut und leise; mit geschlossenen Augen das Instrument raten |
| 6–7 | Die Gummiband-Gitarre mit Hilfe; wenige oder viele Bohnen; Stopp und los |
| 8–9 | Dicke und dünne, lockere und straffe Bänder; vor dem Ausprobieren raten; Töne von hoch nach tief ordnen |
| ab 10 | Ein neues Instrument erfinden; eine Ergebnistabelle; Bänder stimmen und eine kurze Melodie spielen |
Die Altersangaben sind nur ein grober Anhaltspunkt, jedes Kind ist anders.
In Dologi gibt es im Thema Hören Rätsel wie „Hoch oder tief“, bei denen Kinder entscheiden, welcher von zwei Tönen höher ist. Das ist dieselbe Frage, die sich Ihr Kind stellt, wenn es ein dickes und ein dünnes Gummiband zupft.
Kurz gesagt
- Eine Dose, eine Flasche mit Bohnen und ein Karton mit Gummibändern werden zu Trommel, Rassel und Gitarre.
- Kunststoff nehmen, Deckel festkleben, selbst schneiden und bei Körnern und gespannten Bändern dabeibleiben.
- Erst raten, dann hören: mehr Bohnen, dickere und straffere Bänder verändern den Klang.
- Raten mit geschlossenen Augen, Töne von hoch nach tief ordnen und die Familienband machen aus den Instrumenten Zuhörspiele.
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