Fragen Sie Ihr Kind: „Wenn der Ring quadratisch ist, welche Form hat dann die Blase?“ Viele antworten sofort: „Ein Quadrat!“ Das klingt ja auch ganz logisch. Dann wird gepustet, und die Blase, die davonschwebt, ist rund. Diese kleine Überraschung ist der Anfang eines echten Experiments.
Die Aktivität passt für Kinder von etwa 4 bis 10 Jahren. Jüngere Kinder biegen Ringe, raten und pusten. Ältere Kinder können aus Strohhalmen ein Würfelgerüst bauen und die Seifenhäute betrachten, die sich darin bilden. Im Folgenden finden Sie die Lauge, das Rate-Spiel und eine Erklärung, die einfach und trotzdem richtig ist.
Was Sie brauchen
- Seifenlauge: Spülmittel und Wasser. Fangen Sie mit etwa einem Teil Spülmittel auf sechs Teile Wasser an, rühren Sie vorsichtig, damit kein Schaum entsteht, und lassen Sie die Mischung möglichst eine Weile stehen. Ein Löffel Zucker oder etwas Glycerin kann die Blasen haltbarer machen. Platzen die Blasen schnell, geben Sie noch etwas Spülmittel dazu.
- Eine breite, flache Wanne oder Schüssel, in die der ganze Ring hineinpasst.
- Für die Ringe: kunststoffummantelter Gartendraht oder Pfeifenreiniger.
- Für das Würfelgerüst (ältere Kinder): 12 gleich lange Strohhalme und Pfeifenreiniger oder Bindfaden für die Ecken.
Draht biegen und schneiden ist Erwachsenensache. Zwicken Sie den Draht ab, biegen Sie die Enden um, damit nichts spitz übersteht, und lassen Sie an jedem Ring einen langen Griff. Welche Formen es geben soll, entscheidet Ihr Kind, und beim Biegen der Schlaufen hilft es mit.
Ein paar Hinweise zur Sicherheit:
- Die Lauge gehört nicht in die Augen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es von anderen Gesichtern weg pustet.
- Die Lauge ist zum Pusten da, nicht zum Trinken. Kleine Kinder, die durch einen Strohhalm pusten, saugen manchmal aus Versehen an. Für sie ist der Ring die bessere Wahl.
- Seifiger Boden wird sehr rutschig. Spielen Sie draußen oder legen Sie ein Handtuch unter die Wanne.
- Bleiben Sie in der Nähe, wenn kleine Kinder an einer Wanne mit Wasser spielen.
Erst raten, dann pusten
Machen Sie vier Ringe: Kreis, Quadrat, Dreieck und Stern. Halten Sie vor dem Pusten jeden Ring hoch und fragen Sie: „Was für eine Form hat wohl die Blase von diesem Ring?“ Schreiben Sie die Vermutung auf oder lassen Sie Ihr Kind sie zeichnen.
Dann wird gepustet, ruhig und gleichmäßig, ein Ring nach dem anderen. Schauen Sie genau hin, denn die Form ändert sich schon, während die Blase entsteht.
| Ring | Meine Vermutung | Beim Pusten | Als sie davonflog |
|---|---|---|---|
| Kreis | Rund | ||
| Quadrat | Eckig | ||
| Dreieck | Dreieckig | ||
| Stern | Stern |
Die Tabelle ist nur ein Anfang. Die letzten beiden Spalten füllt Ihr Kind mit Worten oder schnellen Zeichnungen aus. Viele Kinder bemerken: Solange die Blase noch am Ring hängt, wölbt sie sich in leicht wackeliger Form aus dem Ring heraus. Sobald sie sich löst, zittert sie kurz und wird dann rund.
Verraten Sie die Antwort nicht zu früh. Fragen Sie: „Welches Ergebnis hat dich am meisten überrascht?“ Eine Überraschung ist in der Wissenschaft ein gutes Zeichen: Es gibt etwas Neues zu entdecken.
Warum werden Blasen rund?
Halten Sie die Erklärung einfach:
- Eine Seifenblase ist eine hauchdünne Haut aus Seifenwasser, die etwas Luft umschließt.
- Diese Haut zieht sich immer wieder zusammen, ähnlich wie ein prall aufgeblasener Luftballon, der kleiner werden will.
- Von allen Formen, die gleich viel Luft umschließen, braucht die Kugel die wenigste Haut. Sobald die Blase frei schwebt, zieht sich die Haut deshalb zur Kugel zusammen.
Der Ring bestimmt nur so lange die Form der Haut, wie sie ihn noch berührt. Das kann Ihr Kind selbst sehen: Den quadratischen Ring eintauchen und still halten, ohne zu pusten. Die Haut im Quadrat ist flach und eckig, weil sie zwischen den vier Seiten gespannt ist.
Für jüngere Kinder: Ein elastisches Haargummi um eine Handvoll Stifte gelegt zieht sich zusammen, bis es nicht mehr kleiner werden kann. Eine Seifenhaut macht dasselbe, und zwar in alle Richtungen.
Ein Würfelgerüst für ältere Kinder
Für Kinder ab etwa 7 Jahren sorgt dieser Teil oft für das größte „Wow“.
- Verbinden Sie 12 Strohhalme zu einem Würfelgerüst, an den acht Ecken mit Pfeifenreinigern oder Bindfaden. Eine Ecke bekommt einen langen Griff.
- Tauchen Sie das ganze Gerüst in die Wanne und heben Sie es dann langsam heraus.
- Schauen Sie ins Innere.
Statt sechs Häuten auf den sechs Flächen findet Ihr Kind meistens flache Häute, die von den Kanten nach innen laufen und sich in der Mitte treffen. Oft sitzt genau in der Mitte eine kleine, flache, fast quadratische Haut. Sehen Sie sich genau an, wo die Häute zusammenstoßen: Meistens treffen sich dort drei an einer Linie.
Fragen Sie: „Warum hat die Seife nicht einfach die Außenseite der Kiste bedeckt?“ Die Antwort ist derselbe Gedanke wie vorhin. Die Häute ziehen sich so klein zusammen, wie es geht, und diese Anordnung im Inneren braucht weniger Haut, als alle sechs Flächen zu bedecken.
Platzen die Häute immer wieder, geben Sie noch etwas Spülmittel dazu und heben Sie das Gerüst langsamer heraus. Danach können Sie eine dreieckige Pyramide aus sechs Strohhalmen probieren und vor dem Eintauchen raten, wie die Häute im Inneren verlaufen.
Noch ein paar Versuche
Jede der folgenden Fragen ist ein neues kleines Experiment. Ändern Sie immer nur eine Sache.
- Großer oder kleiner Ring: zwei runde Ringe in verschiedenen Größen. Welcher macht größere Blasen? Welche Blasen halten länger?
- Schnell oder langsam pusten: Ist mit demselben Ring ein kurzer Stoß oder ein langer, gleichmäßiger Atem besser?
- Zwei Blasen berühren sich: Fangen Sie zwei Blasen auf einem nassen Teller auf, sodass sie aneinanderstoßen. Wie sieht die Wand zwischen ihnen aus?
Sich die Häute im Inneren eines Gerüsts vorzustellen, ist eine gute Übung fürs räumliche Denken. In Dologi sollen Kinder bei den Rätseln „Würfel falten“ im Thema Raum auswählen, welches flache Muster sich zu einem Würfel falten lässt, eine weitere Art, sich die Flächen eines Würfels vorzustellen.
Kurz gesagt
- Biegen Sie Ringe als Kreis, Quadrat, Dreieck und Stern, lassen Sie Ihr Kind die Blasenform vorhersagen, pusten Sie dann und halten Sie fest, was passiert.
- Solange die Haut noch am Ring hängt, folgt sie dem Ring. Sobald die Blase frei schwebt, wird sie rund, weil sich die Seifenhaut so klein wie möglich zusammenzieht und die Kugel dafür am wenigsten Haut braucht.
- Ältere Kinder können ein Würfelgerüst aus Strohhalmen eintauchen und finden flache Häute, die sich in der Mitte treffen.
- Erwachsene schneiden den Draht; die Lauge gehört nicht in die Augen, und der Boden sollte trocken bleiben.
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