Schenken Sie einem kleinen Kind etwas, und gut möglich, dass es am Ende mit dem Karton spielt. Für Kinder ist ein Karton nicht einfach ein Karton: Er ist ein Auto, eine Höhle, ein Roboterkopf, ein Bett für den Teddy. Dieser Instinkt ist ein wunderbarer Ausgangspunkt, um kreatives Denken bewusst zu üben.
Die „Karton-Challenge“ ist einfach: Wie viele verschiedene Verwendungen fallen euch für einen ganz normalen Pappkarton ein? Dieser Beitrag zeigt, wie Sie daraus ein Familienspiel machen, wie die Ideen wachsen und was man danach mit ihnen anfängt.
Die Challenge vorbereiten
- Einen echten Karton vor alle stellen. Sehen und Anfassen hilft, besonders den Jüngeren.
- Einen kurzen Kurzzeitwecker stellen, zwei oder drei Minuten.
- Jede Idee laut aussprechen, während ein Erwachsener sie aufschreibt oder schnell skizziert.
- Wenn der Wecker klingelt, gemeinsam die Ideen zählen.
An einem anderen Tag noch einmal spielen und schauen, ob die Familie ihren Rekord bricht.
Regeln, damit die Ideen sprudeln
Ein paar Regeln machen viel aus:
- Kein Bewerten, solange die Zeit läuft. Jede Idee kommt auf die Liste, auch die albernen. Alberne Ideen führen oft zu schlauen.
- Erst die Menge. Ziel sind viele Ideen; die besten wählt man später aus.
- Auf Ideen anderer aufbauen. Aus „Ein Boot!“ kann „ein Boot mit Segel“ oder „ein U-Boot“ werden.
- Den Karton im Kopf verändern. „Was, wenn er riesig wäre? Wenn er keinen Deckel hätte? Wenn wir ein Loch hineinschneiden?“
Erwachsene sollten mit echten Ideen mitmachen und manchmal absichtlich mit einer sehr ungewöhnlichen. Das zeigt Kindern, dass ungewöhnliches Denken willkommen ist.
Ideen in Gruppen sortieren
Wenn die Zeit um ist, schauen Sie die Liste gemeinsam an und sortieren die Ideen in Gruppen. Hier sieht man, wie flexibel Ihr Kind denkt:
| Gruppe | Beispiele |
|---|---|
| Zum Hineinsetzen und Fahren | Auto, Boot, Rakete, Eisenbahnwagen |
| Orte zum Sein | Haus, Höhle, Kaufladen, Puppentheater |
| Zum Spielen | Trommel, Tor, Murmelbahn |
| Zum Anziehen | Roboterhelm, Kostüm, Riesenschuh |
| Nützliche Dinge | Aufbewahrungskiste, Tritt zum Draufstellen, Schlitten |
Liegen alle Ideen in einer Gruppe (zum Beispiel lauter Fahrzeuge), ist das völlig normal. Fragen Sie beim nächsten Mal sanft: „Was könnte er noch sein, das kein Fahrzeug ist?“ In eine neue Gruppe zu wechseln, ist ein Zeichen flexiblen Denkens.
Die Lieblingsidee wahr machen
Eine Idee auszuwählen und sie wirklich zu bauen, erweckt die Challenge zum Leben.
- Über die Lieblingsidee abstimmen und sie mit Klebeband, Schere (mit einem Erwachsenen), Wachsmalstiften und Krimskrams bauen.
- Ausprobieren. Schwimmt das Boot in der Badewanne? Funktioniert die Murmelbahn?
- Verbessern. „Was würde es noch besser machen?“ macht aus kreativem Denken Problemlösen.
Ein Kind, das sich einen Karton-Roboter ausgedacht hat und ihn dann durch die Wohnung trägt, hat den ganzen Kreislauf erlebt: ausdenken, auswählen, bauen, testen, verbessern.
Dasselbe Spiel mit anderen Dingen
Kennt Ihr Kind das Spiel, probieren Sie andere Alltagsdinge:
- Eine Socke: Handpuppe, Ball, Staubtuch, Murmelbeutel.
- Eine Büroklammer: Haken, Lesezeichen, winzige Skulptur.
- Ein Holzlöffel: Trommelstock, Mikrofon, Puppe mit aufgemaltem Gesicht.
- Ein Handtuch: Umhang, Picknickdecke, Fluss für Spielzeugboote.
Kleine Dinge sind schwieriger, weil sie weniger nach Spielzeug aussehen, und eignen sich daher gut für Ältere.
Ideen nach Alter
- 4–5 Jahre: echter Karton, ohne Wecker, jede Idee gleich nachspielen.
- 6–7 Jahre: zwei Minuten auf dem Wecker, Ideen zählen und mit Hilfe sortieren.
- Ab 8 Jahren: eine Zielzahl festlegen, selbst sortieren und schwierigere Dinge oder „Was wäre, wenn“-Varianten ausprobieren.
Kurz gesagt
- Die Karton-Challenge: Wie viele Verwendungen findet ihr in kurzer Zeit für einen Pappkarton?
- Nicht bewerten, solange die Zeit läuft, viele Ideen sammeln und auf den Ideen der anderen aufbauen.
- Ideen in Gruppen sortieren und zum Wechsel in neue Gruppen ermutigen.
- Die Lieblingsidee bauen und testen, dann mit anderen Alltagsdingen weiterspielen.
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