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Woher kommt der Schall? Experimente zu Schwingungen und zum Hören für Kinder

Ein Becher-Telefon aus einem roten und einem blauen Pappbecher, die mit den Böden zueinander liegen und durch eine straffe Schnur verbunden sind; lila Schallwellen breiten sich von der Öffnung des blauen Bechers aus; rechts ein Pappkarton mit gelben Gummibändern darüber und einer grünen Note darüber.

„Wohin geht meine Stimme?“ „Warum macht die Trommel Lärm?“ Kinder fragen schon sehr früh nach Geräuschen, aber Schall kann man nicht sehen, und deshalb lässt er sich mit Worten schwer erklären.

Am leichtesten geht es, wenn Ihr Kind ihn selbst spürt, sieht und hört. Hier sind vier Experimente mit Dingen, die Sie ohnehin zu Hause haben, jedes dauert etwa zehn Minuten. Alle vier führen zu demselben Gedanken: Schall entsteht, wenn etwas schwingt. Und jedes Mal rät Ihr Kind zuerst und probiert dann aus.

Was Sie brauchen

  • Ein paar Gummibänder in verschiedenen Größen und eine offene Plastikdose oder einen Pappkarton.
  • Eine Schüssel, Frischhaltefolie, eine Prise Reis oder grobes Salz, einen Kochtopf und einen Holzlöffel.
  • Zwei Pappbecher, eine 3 bis 5 Meter lange Schnur (Wolle oder Gartenschnur), zwei Büroklammern und einen Bleistift.
  • Drei oder vier gleiche stabile Gläser oder Einmachgläser, Wasser und einen Löffel.

Ein paar Hinweise zur Sicherheit:

  • Gummibänder weg von Gesichtern spannen, nicht zu stark ziehen und nicht auf andere schnipsen.
  • Ein Erwachsener macht mit der Bleistiftspitze das Loch in den Boden jedes Pappbechers.
  • Gläser nur ganz vorsichtig anklopfen; bei kleineren Kindern hält ein Erwachsener das Glas. Dünne oder angeschlagene Gläser lieber weglassen.
  • In den Pappbecher mit normaler Stimme sprechen, nie schreien: Am anderen Ende ist ein Ohr.

Den Schall spüren: Kehle und Gummiband

Erst raten: „Wenn du sprichst, bewegt sich dann etwas in deiner Kehle?“

Ihr Kind legt die Fingerspitzen locker an die Kehle und summt „mmmm“. Die Finger spüren ein Brummen. Jetzt flüstert es ganz leise: Das Brummen verschwindet fast. So hat es die eigene Stimme gespürt.

Spannen Sie danach ein Gummiband über die offene Dose und zupfen Sie daran. Schauen Sie genau hin: Das Band bewegt sich so schnell, dass es verschwommen aussieht. Legen Sie einen Finger auf das Band, um es anzuhalten: Dann hört auch der Ton auf.

Fragen Sie vor dem Ausprobieren:

  • Kräftig zupfen und sanft zupfen: Was ist lauter? (Beim kräftigen Zupfen schwingt das Band weiter aus, deshalb ist der Ton lauter.)
  • Ein dickes und ein dünnes Band: Welches klingt tiefer?
  • Das Band straffer spannen: Wird der Ton höher oder tiefer?

Den Schall sehen: tanzender Reis

Erst raten: „Wenn ich ganz in der Nähe laut auf einen Kochtopf haue, was macht dann der Reis auf der Folie?“

  1. Spannen Sie die Frischhaltefolie straff über die Schüssel, wie das Fell einer Trommel.
  2. Streuen Sie eine Prise Reis in die Mitte.
  3. Halten Sie den Kochtopf dicht an die Schüssel, etwa eine Handbreit entfernt, und schlagen Sie mit dem Holzlöffel darauf.

Der Reis hüpft. Der Schlag bringt die Luft zum Schwingen, die Luft bringt die Folie zum Schwingen, und die Folie lässt den Reis tanzen. Probieren Sie es leise und laut, mit dem Topf nah und weiter weg: Wann hüpft der Reis höher?

Das Becher-Telefon

Erst raten: „Wenn du in den Becher flüsterst, hört dich dann jemand auf der anderen Seite des Zimmers?“

  1. Ein Erwachsener macht ein kleines Loch in die Mitte des Bodens jedes Bechers.
  2. Stecken Sie jedes Schnurende von außen in einen Becher und knoten Sie es an einer Büroklammer fest, damit es nicht herausrutscht.
  3. Jeder nimmt einen Becher und geht rückwärts, bis die Schnur straff ist und nichts berührt.
  4. Einer spricht leise in seinen Becher, der andere hält seinen Becher ans Ohr und hört zu.

Die Stimme bringt den Becherboden zum Schwingen, der Becher zieht an der Schnur, sodass auch sie schwingt, die Schnur gibt die Schwingung an den anderen Becher weiter, und dieser Becher bringt die Luft bis zum Ohr der zuhörenden Person zum Schwingen.

Was Sie ausprobieren Frage vorab
Straffe Schnur und durchhängende Schnur Bei welcher hört man besser?
Jemand klemmt die Schnur in der Mitte zwischen den Fingern ein Kommt der Ton trotzdem an?
Wolle und Gartenschnur Welche Schnur leitet den Schall besser?

Bei einer durchhängenden oder eingeklemmten Schnur hört man kaum etwas: Die Schwingung kommt nicht durch.

Musik mit Wassergläsern

Erst raten: „Ein Glas mit viel Wasser und eins mit wenig: Welches klingt höher, wenn man dagegen klopft?“

Stellen Sie drei oder vier gleiche Gläser in eine Reihe und füllen Sie in jedes unterschiedlich viel Wasser, von wenig bis viel. Klopfen Sie mit einem Löffel ganz sanft an die Seite jedes Glases. Je mehr Wasser im Glas ist, desto tiefer der Ton, weil das Wasser das Glas langsamer schwingen lässt.

Wenn Ihr Kind den Unterschied hört, spielen Sie weiter:

  • Einer klopft, der andere schließt die Augen und rät, welches Glas es war.
  • Gießen Sie Wasser dazu oder ab, bis die vier Gläser in vier Stufen von tief nach hoch aufsteigen, und klopfen Sie dann eine kleine eigene Melodie.
  • Sagt Ihr Kind „mehr Wasser macht es lauter“, klopfen Sie jedes Mal gleich fest: „Laut“ und „hoch“ sind zwei verschiedene Dinge.

Erst raten, dann ausprobieren

Experimente funktionieren am besten, wenn Ihr Kind vorher sagt, was es denkt. Eine falsche Vermutung ist völlig in Ordnung; dann können Sie nach dem „Warum?“ fragen.

  • Einen Grund nennen. „Ich glaube, die straffe Schnur ist deutlicher, weil …“
  • Ausprobieren und genau hinhören. Verändern Sie immer nur eine Sache, etwa straff oder durchhängend, und lassen Sie alles andere gleich.
  • Mit der Vermutung vergleichen. Richtig oder nicht ganz? Wie würde Ihr Kind beim nächsten Mal anders raten?
Ungefähres Alter Was sich anbietet
4–6 Das Brummen in der Kehle spüren, den Reis hüpfen sehen, „laut“ oder „leise“, „hoch“ oder „tief“ sagen
7–9 Das Becher-Telefon mit straffer und durchhängender Schnur; eine Tabelle mit Vermutungen und Ergebnissen ausfüllen
10–12 Eine eigene Frage zu Gläsern oder Gummibändern stellen, die Versuche planen und die Ergebnisse mit dem Gedanken der Schwingung erklären

Das Alter ist nur ein grober Anhaltspunkt; jedes Kind ist anders.

In Dologi gibt es im Thema „Hören“ das Rätsel „Welches Instrument spielt?“: Ihr Kind hört einen Klang und wählt das Instrument, das ihn gemacht hat, und achtet darauf, ob er nachklingt oder abrupt endet. Nach Ihren Experimenten weiß es, dass auch jeder dieser Klänge von etwas kommt, das schwingt.

Kurz gesagt

  • Schall entsteht, wenn etwas schwingt: eine Kehle, ein Gummiband, Frischhaltefolie, die Wand eines Glases.
  • Die Schwingung wandert durch die Luft oder an einer straffen Schnur entlang, bis sie ein Ohr erreicht.
  • Eine größere Schwingung ergibt einen lauteren Ton; ein stärker gespanntes oder dünneres Gummiband oder ein Glas mit weniger Wasser ergibt einen höheren.
  • Lassen Sie Ihr Kind vor jedem Versuch raten und begründen, dann ausprobieren und mit der Vermutung vergleichen.

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