Die Autofahrt ist lang, die Schlange bewegt sich kaum, das Essen kommt einfach nicht. Ein Handy hinzuhalten ist die schnellste Lösung, und manchmal ist das völlig in Ordnung. Wartezeit kann aber auch eine Gelegenheit zum gemeinsamen Spielen sein, und für die Spiele unten braucht man nur die Stimme. Nebenbei üben Kinder Zuhören, Merken, Spielen mit Wörtern und Denken mit Zahlen.
Ein paar Tipps vorab
- Kurz spielen. Ein paar Runden, dann wechseln oder aufhören.
- Ihr Kind wählen lassen. Schlagen Sie zwei Spiele vor und lassen Sie Ihr Kind entscheiden.
- Zum Ort passend. Leise Spiele für Wartezimmer und Restaurants, lautere fürs Auto.
- Wer fährt, redet nur. Wer am Steuer sitzt, behält die Straße im Blick und spielt nur Spiele mit, bei denen man nicht hinschauen muss.
Wortspiele
- Ich denke an ein Tier. Jemand denkt an ein Tier. Die anderen stellen Ja-Nein-Fragen: „Hat es vier Beine? Lebt es im Wasser?“ Zählen Sie, wie viele Fragen nötig sind.
- Wortkette. Jedes neue Wort beginnt mit dem letzten Buchstaben des vorigen: Hund, Dach, Hose, Esel... Jüngere Kinder können einfach den letzten Laut nehmen.
- Nenn mir fünf. Nennt fünf Obstsorten, fünf rote Dinge, fünf Tiere, die schwimmen. Für Ältere schwieriger: fünf Dinge, die rund und weich zugleich sind.
- Reimzeit. Sagen Sie ein Wort und sucht abwechselnd Reimwörter: Haus, Maus, Laus, raus. Erfundene Wörter zählen, wenn alle lachen.
Zahlenspiele
- Autos zählen. Jeder wählt eine Farbe und zählt fünf Minuten lang die Autos in dieser Farbe. In der Schlange zählt man stattdessen Menschen mit Mütze.
- Rate meine Zahl. Denken Sie an eine Zahl von 1 bis 20 (oder 1 bis 100 für Ältere). Ihr Kind rät, Sie antworten „größer“ oder „kleiner“.
- Wie viele noch? „Vor uns sind 6 Leute. Wenn noch 2 dran waren, wie viele sind dann übrig?“ Echte Situationen sind gute Aufgaben.
- Sekunden zählen. Schätzt, wie lange die Ampel rot bleibt oder das Warten an der Theke dauert, und zählt dann nach.
Beobachtungs- und Hörspiele
- Ich sehe was, was du nicht siehst. „... und das ist blau.“ Die anderen schauen sich um und raten.
- Geräuschejagd. Alle schließen 30 Sekunden die Augen und lauschen. Dann zählt jeder die Geräusche auf, die er gehört hat: eine Tür, ein Vogel, eine Tasse.
- Was haben wir gesehen? Nachdem ihr an einem Park oder Schaufenster vorbeigekommen seid, fragen Sie: „Wie viele Hunde haben wir gerade gesehen? Welche Farbe hatte die Tür?“
- Ich packe meinen Koffer. „Ich packe meinen Koffer und nehme einen Hut mit.“ Der Nächste wiederholt die Liste und fügt etwas hinzu. Wie lang wird die Liste?
Geschichtenspiele
- Jeder einen Satz. Abwechselnd fügt jeder der Geschichte einen Satz hinzu. „Ein Bär fand einen roten Regenschirm...“
- Drei Wörter. Wählt drei zufällige Wörter, etwa „Mond, Butterbrot, Fahrrad“, und erfindet eine kurze Geschichte, in der alle drei vorkommen.
- Was passiert als Nächstes? Schaut euch Dinge in der Umgebung an und erfindet eine kleine Geschichte: „Wohin fährt wohl der Bus da?“ Bleibt freundlich und erzählt über Orte und Dinge, nicht über Fremde.
Welches Spiel für welchen Ort
| Ort | Gute Wahl |
|---|---|
| Im Auto | Autos zählen, Wortkette, ich denke an ein Tier, ich packe meinen Koffer |
| In der Schlange | Rate meine Zahl, wie viele noch, ich sehe was, was du nicht siehst |
| Am Restauranttisch | Nenn mir fünf, drei Wörter, eine leise Geräuschejagd |
| Im Wartezimmer | Reimzeit im Flüsterton, jeder einen Satz |
Ein bisschen Langeweile ist auch in Ordnung
Nicht jede Minute Wartezeit braucht ein Spiel. Ein bisschen Langeweile schadet nicht und gibt Kindern oft Raum, sich umzuschauen, zu träumen oder eigene Spiele zu erfinden. Wenn Ihr Kind anfängt, ein Spiel zu erfinden, machen Sie einfach mit.
Kurz gesagt
- Wartezeit kann Spielzeit werden, mit Spielen, die nur die Stimme brauchen.
- Wort-, Zahlen-, Beobachtungs- und Geschichtenspiele üben jeweils andere Fähigkeiten.
- Kurz spielen, Ihr Kind wählen lassen und das Spiel zum Ort passend aussuchen.
- Ein bisschen Langeweile ist in Ordnung und kann eigene Ideen wecken.
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